Digitalisierung im Mittelstand - Individualisierbare ERP Software als entscheidender Wettbewerbsvorteil - Im Interview mit Tim Langenstein, Vorstand der e.bootis ag

tim langenstein linkedinDie e.bootis ag aus Essen ist Hersteller der ERP-Software-Suite e.bootis-ERPII . Das Unternehmen entwickelt, vermarktet und implementiert seit über 35 Jahren leistungsstarke Software-Systeme auf Grundlage betriebswirtschaftlicher Anforderungen. Über 80 Mitarbeiter begleiten an drei Standorten in Deutschland zahlreiche Installationen im In- und Ausland. Zuletzt hat das Unternehmen im Segment „Innovation und Technik“ vom NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart den Preis „ERP- System des Jahres“ erhalten. Grund genug für uns mit diesem Unternehmen ein ausführliches Interview zu führen.

DFC: Herr Langenstein, ein Preis mit einer solchen Auszeichnung ist schon etwas sehr Besonderes. Was genau ist das besondere an Ihrer Lösung?

Tim Langenstein: Bei e.bootis-ERPII handelt es sich um eine individualisierbare Standardsoftware, die flexibel aktuelle Geschäftsprozesse abbildet und stetig mit den zunehmenden Anforderungen der Märkte mitwächst. Umfangreiche Möglichkeiten zur Parametrisierung schaffen die nötigen Flexibilität, um auf den stetigen Wandel mit individuellen Anpassungen reagieren zu können. Durch die zugrundeliegende Single-Source-Code-Philosophie ist trotzdem eine 100 %ige Release- und Wartungsfähigkeit gegeben.

Die Kombination aus Technologie und Flexibilität sorgt dafür, dass e.bootis-ERPII unseren Kunden unterstützt, ihre Ziele zu erreichen. Sie ist ein hochfunktionales Werkzeug, um Erfolg in Zeiten des digitalen Wandels langfristig in Unternehmen zu etablieren.

DFC: Gehen wir vielleicht noch einmal ein paar Schritte zurück. Digitalisierung ist mittlerweile ein Buzz-Word geworden. Kaum ein Magazin, ein Bericht oder eine Nachricht ohne das Wort Digitalisierung. Ihre Softwarelösung soll insbesondere für den Mittelstand gut geeignet sein. Wo steht Ihrer Meinung nach der Mittelstand in punkto Digitalisierung?

Tim Langenstein: Es ist ja kein Geheimnis, dass bei einem Großteil der deutschen Mittelständler - gelinde gesagt - noch viel Luft nach oben auf der Digitalisierungsskala ist. Drastischer gesagt: Wer versucht der heutzutage üblichen Datenflut mit manuellen Prozessen Herr zu werden, wird eher kurzfristig als langfristig extreme Existenzprobleme bekommen.

Dies äußert sich je Unternehmen an unterschiedlichen Stellen bzw. in unterschiedlichen Formen. Der Grundtenor ist aber bei allen Mittelständlern der gleiche: Ineffiziente Arbeitsabläufe verhindern den Unternehmenserfolg.

Quer über Branchengrenzen hinweg gibt es Unternehmen, die ohne Daten-Transparenz mehr oder weniger im Blindflug geführt werden. Oder es wird ein Fleckenteppich an Insellösungen eingesetzt, der mangels Schnittstellen keine unternehmensweite Datenkonsistenz ermöglicht. Und das waren nur zwei Beispiele von vielen Problemen, die den Gewinn schmerzhaft schrumpfen lassen.

DFC: Was ist Ihrer Meinung nach der Grund warum der Mittelstand sich mit der Digitalisierung heute immer noch Zeit lässt?

Tim Langenstein: Auch hier hat jedes Unternehmen seine persönlichen Hürden zu nehmen, von daher ist eine pauschale Antwort schwierig. Allerdings erkennen wir oft wiederkehrende Hemmnisse, die eine aufgeschlossene Digital-Denkweise verhindert.

Oftmals ist der innere oder äußere Druck noch nicht groß genug, um die Kraft aufzubringen, sich wirklich mit dem Unternehmen und seinen Abläufen zu beschäftigen. Denn eines ist klar: Digitalisierung heißt Veränderung und Veränderung ist nur dann gut, wenn es einen selbst nicht trifft.

Die Schwierigkeit der Digitalisierung ist nur zu einem Teil auf technologische Hindernisse zurückzuführen. Vielmehr bin ich überzeugt, dass die Ängste und Unsicherheiten der Mitarbeiter ein weitaus größeres Hemmnis sind, offen über Prozessoptimierungen auch mal unternehmensweit zu diskutieren. Die Digitalisierung hat den Ruf, Arbeitsplätze wegzurationalisieren. Hier gilt es von Anfang an gemeinsam mit seinen Angestellten an einem Verständnis zu arbeiten, dass die Digitalisierung hilft, Arbeitskraft besser einzusetzen. Doch gerade das bedeutet viel Fleißarbeit, vor der sich manch ein Mittelständler noch drückt.

Und mal davon abgesehen: Auch Führungskräfte verbinden mit dem sehr allgemeinen Begriff „Digitalisierung“ mehr Verunsicherung als konkrete Ideen, in welcher Form das denn nun ihr Unternehmen betrifft oder verbessert. Deswegen versuchen wir mit praktischen Beispielen aus dem Leben unserer Kunden das „kreative und digitale Denken“ anzuregen.

DFC: Da haben Sie recht. Die Verunsicherung im Mittelstand gerade auch mit der Datenschutz Grundverordnung ist überall spürbar. Wie hilft Ihr Unternehmen den mittelständischen Unternehmen bei der Auswahl der richtigen Lösungen?

Tim Langenstein: Kein Unternehmen gleicht dem anderen. Deswegen ist Zuhören das A und O am Anfang unserer Projekte. Gemeinsam mit den Mittelständlern finden wir heraus, wo die größten Schmerzpunkte liegen, wo Optimierungspotential besteht und was die kurz-, mittel- und langfristigen Unternehmensziele sind, die wir erreichen wollen. Ist dafür auf beiden Seiten ein Verständnis geschaffen, setzen wir mit unserer individualisierbaren Standardsoftware an, die vorgenommenen Ziele auch zu Erfolgen werden zu lassen.

Gerade die in e.bootis-ERPII vorhandenen Möglichkeiten zur Individualisierung versetzen uns in die Lage, ohne aufwändige Programmierung maßgeschneiderte Lösungen für unsere Kunden zu entwickeln. Ob individuell zusammengestellte Desktops für einzelne Abteilungen oder komplexe Automatisierungen: Erst wenn der Kunde eine spürbare Verbesserung seiner Prozessabläufe erzielt, ist unsere Arbeit beendet.

DFC: Auf welche Schwierigkeiten stoßen Sie öfters bei der Einführung Ihrer Systeme?

Tim Langenstein: Als größte Herausforderung während der Softwareeinführung erleben wir die Ressourcenverfügbarkeit beim Kunden und die mangelnde Bereitschaft zu neuem Prozessdenken.

Ersteres begründet sich meistens darin, dass das „ERP-Projekt“ noch nebenbei zum Tagesgeschäft durchgeführt werden soll. Aus Sicht der Geschäftsführung hört sich das lukrativ an, geht aber im Endeffekt zu Lasten der Mitarbeiter und der Qualität des Ergebnisses. Nur wenn Mitarbeitern ein ausreichender Zeitrahmen zur Verfügung gestellt wird, kann das neue ERP-System auch wirklich neue Mehrwerte bringen, da andernfalls oft einfach die alten Prozesse im neuen System abgebildet werden.

Und da sind wir schon beim zweiten Punkt: Die Bereitschaft zu neuem Prozessdenken. Wer es schafft, auch mal über den Tellerrand seines Unternehmens zu schauen entdeckt vielleicht Wege, die enorme Einsparungspotentiale haben, aber bislang nicht umsetzbar waren. Dank unserer heterogenen Kundenstruktur aus Großhandel, Produktion, Fulfillment und Dienstleistung können wir unser Wissen aus verschiedensten Branchen einbringen und so neue Lösungsideen erarbeiten. Dafür ist es jedoch zwingend notwendig, nicht nur die oben genannte Zeit zur Verfügung zu stellen, sondern auch ein Arbeitsklima zu erschaffen, dass neue Ansätze zulässt.

DFC: Derzeit erleben wir eine zunehmende Vernetzung von Handel und Produktion bzw. Großhandel und Industrie in der Praxis. Welche Auswirkungen hat das für die Prozessabläufe in den Unternehmen und wie kann Ihr ERP System dabei unterstützen?

Tim Langenstein: Die Vernetzung hat unter anderem als Folge, dass klassische Wertschöpfungsketten des Großhandels von Produzenten immer stärker selbst bedient werden. Andersherum braucht der Großhandel über kurz oder lang ein Geschäftsmodell, was über „günstig einkaufen, teuer verkaufen“ hinausgeht. Der Trend geht vielmehr dahin, seinen Kunden verstärkt Service-Dienstleistungen anzubieten oder verstärkt Produkte zu veredeln (Stichwort: Verlängerte Werkbank).

Beide Branchen benötigen demnach Prozesse, die klassische Branchenlösungen oftmals nicht in Gänze bieten. Hier kommen die Vorteile der Single-Source-Code Philosophie zum Vorzug, da alle unsere Kunden die gesamte Software ausgeliefert bekommen. So kann der Großhändler auf Servicefunktionen zurückgreifen, während der Produzent Lösungen zu eigen macht, die eigentlich für den Großhandel entwickelt wurden.

Ein weiterer Vorteil: Releasewechsel dauern dank Single-Source-Code nur maximal 4 Stunden. So können Unternehmen ohne Mehrkosten vom Software-Fortschritt profitieren.

DFC: Zum Abschluss vielleicht noch eine Frage zum Betrieb Ihres ERP Systems. Wo befinden sich die Daten? Das ist eine immer wieder wichtige Frage für die Kunden. Wird Ihr System in der Cloud betrieben oder auf dem heimischen Server?

Tim Langenstein: Wir sind da komplett offen, haben aber die Erfahrung gemacht, dass viele klassische Mittelständler gerne ihre sensiblen Unternehmensdaten auf dem heimischen Server haben. Dementsprechend bieten wir natürlich an, unser ERP-System lokal zu installieren. Dabei ist uns übrigens ziemlich egal, welche IT-Landschaft bereits vorhanden ist.

Gleichwohl gibt es auch Kunden, die auf die Investition in einen eigenen Server verzichten und lieber das ERP-System extern hosten. Hier bieten wir attraktive Modelle für eine Installation in unserem hauseigenen Rechenzentrum an. Selbstverständlich ist die Installation auch auf externen Cloud-Dienstleistern möglich. Wir bieten unseren Kunden also eine größtmögliche Flexibilität, um eine für den Mittelstand passende Lösung zu finden.

DFC: Welche Neuerungen werden Sie auf dem Digital FUTUREcongress am 8. November in der Messe Essen präsentieren?

Tim Langenstein: In unserem Vortrag um 10:30 Uhr auf Bühne 1 widmen wir uns dem Thema des datengetriebenen Vertriebs und wie dadurch Mehrwerte für Kunden entstehen können. Anhand eines Kundenbeispiels weisen wir Wege auf, wie der Vertrieb auch in vermeintlich digital-fernen Branchen von einer softwareseitigen Unterstützung profitieren kann.

DFC: Dann freuen wir uns auf Ihren Auftritt und sind gespannt…. vielen Dank für das Gespräch.

Das Gespräch führte ich ein Mattis, Geschäftsführer und Veranstalter des Digital FUTUREcongress in der Messe Frankfurt und Essen.

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Sie finden die e.bootis ag am 14.02.2019 am Stand D8 in Frankfurt.

www.ebootis.de

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